ifo-Geschäftsklimaindex fällt morgen relativ gut aus

Nicht prophetische Gabe, sondern eine einfache Schlussfolgerung ließ mich gestern schon das Ergebnis der Zahlen nennen, die erst morgen bekannt gegeben werden. Gestern habe ich deshalb an dieser Stelle geschrieben:

Wetten dass …

… der am Mittwoch (24.03.2010) veröffentlichte ifo-Geschäftsklimaindex mehr oder weniger positiv ausfallen wird?

Das ist der ifo-Geschäftsklimaindex

Der ifo-Geschäftsklimaindex wird monatlich vom ifo-Institut für Wirtschaftsforschung erstellt. Er gilt als Frühindikator für die konjunkturelle Entwicklung in Deutschland. Das Münchener Institut befragt dafür rund 7.000 Unternehmen nach deren Erwartungen. Das Ergebnis wird in einer Zahlreihe fortgeschrieben und ergibt den ifo-Index. Dieser wird auf eine Kommastelle genau dargestellt.

Prognosen zum ifo-Geschäftsklimaindex

Morgen, am 24.03.2010, werden die Börsianer wieder wie gebannt auf die Veröffentlichung des ifo Geschäftsklimaindexes schauen. Schon seit Tagen gibt es Spekulationen und Prognosen zu diesem Index.

Die Experten der WestLB erwarten nach dem Vormonatswert einen leicht rückläufigen Wert von 95,0 Punkten. An anderer Stelle habe ich gelesen: „Erwartet wird der deutsche ifo-Geschäftsklimaindex für März bei 95,6 nach zuvor 95,2.“

Aussagekraft des ifo-Geschäftsklimaindexes ist gleich null

Ich bewerte die Aussagekraft des ifo-Geschäftsklimaindexes mit null.

3 Gründe:

1. Ein paar Experten telefonieren mit ein paar Experten und bewerten, ob die Prognose der befragten Experten die Prognosen anderer Experten erreichen, unterbieten oder übertreffen. Korrekterweise füge ich hinzu, dass die Teilnehmer nicht telefonieren, sondern ihre Antworten per Fax, per E-Mail oder über eine entsprechende Internetseite abgeben. So oder so, danach wissen wir, ob es uns gut geht (sagen die Experten).

2. Die Befragung beginnt Anfang des Berichtsmonats und endet einen Tag vor der Veröffentlichung. Die Stimmung der Teilnehmer kann sich in dieser Zeit stark ändern. Ein Beispiel: Ein in den USA agierendes Pharmaunternehmen wird vor der US-Entscheidung zur Krankenversicherung möglicherweise eine um 180 Grad andere Prognose geben als danach.

3. Die Fragen gehen nicht dahin, wie es war oder zumindest wie es ist, sondern wie die Prognosen für die Zukunft lauten. Und diese werden dann auf die Kommastelle genau „berechnet“.

ifo-Geschäftsklimaindex fällt morgen relativ gut aus

Wie bei allen Befragungen dieser Art wird es morgen eine „nackte“ Zahl geben. Die wird wohl um die 95 Punkte liegen. Und dann gibt es die Analysen und Kommentare. Und genau die werden uns das Ergebnis schön reden.

Denn eine Zahl, die unter den o.a. Voraussetzungen zustande kommt, ist …
… besser als die des Vormonats
… oder besser als die des vergleichbaren Monats im Vorjahr
… oder sie liegt deutlich über dem Tief des Jahres 2009
… oder – diese Variante ist derzeit besonders beliebt – die Zahl ist besser, als von den Experten erwartet

„Irgendein“ Vergleich wird sich schon finden, der uns zeigt, dass es uns gut geht.

Die Realität sieht anders aus

Am vergangenen Wochenende sprach ich mit einem langjährigen Mitarbeiter einer namhaften deutschen Großbank. Er arbeitet dort in der Pfändungsabteilung. D.h., er bearbeitet die Pfändungsaufträge, die von Gerichtsvollziehern reinkommen und die damit Zugriff auf Konten und Depots der Schuldner nehmen. Dieser Mitarbeiter stellt eine dramatische Zunahme an Pfändungsaufträgen fest.

Und ein Gerichtsvollzieher, mit dem er beruflich bedingt Kontakt hat, spricht von 80% mehr Pfändungsaufträgen in den letzten Monaten. Diese betreffen viele Privatleute aber zunehmend auch Selbstständige wie beispielsweise Handwerksunternehmen.

Das passt zur Situation der US-Kleinunternehmen die ich hier dargestellt habe: US-Kleinunternehmen verharren in Depression.

Calls nicht vergessen

Trotz meiner kritischen Bewertung der aktuellen Wirtschaftslage, schreibe ich hier oft: „Calls nicht vergessen“. Und: „Wenn die Märkte steigen, dann steigen sie.“ Diese Worte sind von mir nicht nur so dahergesagt. Im Option Advisor arbeite ich genauso. So habe ich den Lesern des Option Advisor heute die folgende Eilmitteilung geschickt:

Realisieren Sie +21,4% Gewinn mit den Call auf Rhön Klinikum

Am 04.03.2010 haben wir Ihnen Calls auf Rhön Klinikum (Call – Dez.10 – 15 €) empfohlen. Diese konnten Sie für 3,45 € bis zum maximalen Kaufpreis von 3,90 € kaufen. Die Calls notieren heute, am 23.03.2010, mit 4,25 €. Damit liegen sie nach nur wenigen Handelstagen schon mit 21,4% (mindestens 9%) im Gewinn. Verkaufen Sie diese Calls für 4,25 €, aber nicht billiger als 4,10 € und realisieren Sie diesen schnellen Gewinn.

Der Gewinn wurde zwischenzeitlich realisiert.

Auf der Basis eines Depots, das mit Puts abgesichert ist, lassen sich die aktuellen Kurssteigerungen der Börsen hervorragend für Gewinne mit Calls nutzen.

Zum guten Schluss: Am 23.03.1900, also heute genau vor 110 Jahren, kam in Deutschland der Psychoanalytiker Erich Fromm zur Welt. Viele seiner Schriften drehen sich um das „Haben und Sein“. Die daraus resultierende Philosophie und Psychologie lässt sich trefflich in seinen Büchern nachlesen.

Ich sage, wenn Sie Haben, wird das Sein meist besser sein. Ich wünsche Ihnen, dass Sie Gewinne an der Börse „haben“, dass Sie mit Ihrem „Sein“ zufrieden sind und grüße Sie herzlich

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.