Bankenverluste – ein Fass ohne Boden

+++ Ganze Staaten müssen gestützt werden +++ Chart-Technik und Marktstimmung signalisieren weitere Kursverluste +++ Puts im Depot sind ein absolutes MUSS +++ Zeitumstellung in des USA sorgt für vorübergehende veränderte Handelszeiten aus europäischer Sicht +++

Bankenverluste – ein Fass ohne Boden

Der Hypothekenfinanzierer Fannie Mae hat im vierten Quartal 2009 einen Verlust von 25,2 Milliarden Dollar verbucht. Im vierten Quartal 2008 lag der Bankenverlust dagegen bei vergleichsweise niedrigen 3,5 Milliarden Dollar. Es hat sich also versiebenfacht! Für das ganze Jahr 2008 weist die Bilanz nun einen Verlust von fast 60 Milliarden Dollar aus.

Ich gebe unserem Gespür für diese Bankenverluste mal eine Dimension. Gerade habe ich geschrieben: „Im vierten Quartal 2008 lag der Bankenverlust dagegen bei vergleichsweise niedrigen 3,5 Milliarden Dollar.“ 3,5 Milliarden Dollar hört sich mittlerweile irgendwie relativ wenig an. Aber …

… der Entwurf zum deutschen Bundeshaushalt 2009 sah Ausgaben von 288,4 Milliarden Euro vor. Das sind umgerechnet und abgerundet 350 Milliarden Dollar. Eine einzige Bank, Fannie Mae, hat also im vierten Quartal des Vorjahres 1% des gesamten Bundeshaushaltes versenkt. Und das habe ich mit  „vergleichsweise niedrig“ beschrieben. Und im Gesamtjahr 2008 hat Fannie Mae entsprechend rund 17% des Bundeshaushaltes versenkt. Das ist der Bankenverlust nur einer Bank und nur eines Jahres.

Bei der Präsentation der Zahlen am 26.02.2009 warnte der Vorstand von Fannie Mae, dass sich die Finanzkrise im laufenden Jahr durchaus noch verschärfen könne. Das lässt für die in den nächsten Tagen erwarteten Zahlen des Mitbewerbers Freddie Mac nicht Gutes erwarten. Der Bankenverlust wird sich fortsetzen.

Für weitere schlechte Nachrichten sorgte die US-Großbank Citigroup. Sie hatte im vierten Quartal 2008 über 8 Milliarden Dollar verloren. Die US-Regierung kündigte daraufhin an, dass sie ihren Anteil an der Großbank auf 36% erhöhen werde. Die Verstaatlichung der Citigroup setzt sich fort.

Weitere gewaltige Bankenverluste sind vorprogrammiert und folglich auch weitere Bankenpleiten. Damit gerät auch der US-Einlagensicherungsfonds Federal Deposit Insurance Corporation (FDIC) unter Druck. Er verbrauchte allein im vierten Quartal 2008 fast die Hälfte seiner Rücklagen. Es ist also abzusehen, dass die US-Regierung immer mehr Steuergelder in dieses Fass ohne Boden pumpen muss.

Ganze Staaten müssen gestützt werden

Im europäischen Raum droht mittlerweile die Insolvenz ganzer Staaten. So sah Islands Ministerpräsident sein Land schon im Oktober 2008 von Insolvenz bedroht. Der drohende wirtschaftliche Zusammenbruch vor allem osteuropäischer Staaten ist kein Hirngespinst mehr.

Die Börsen geben weltweit weiter nach

Die logische Folge: Den Anlegern fehlt das Vertrauen in die Märkte. Sie sind extrem unsicher. Das zeigt auch der seit Monaten weit über seine Durchschnittswerte notierende Volatilitätsindex (V-DAX). Im Herbst 2008 schlug er alle Rekorde und stand in der Spitze bei Werten um 80%. Seitdem ist er zwar zurückgekommen, aber er pendelt um 40%. Erst Werte um 15% zeigen Normalität an.

Der Weltleitindex Dow Jones notiert entsprechend im Kursbereich des Jahres 1997 und droht nun sogar unter 7.000 Punkte zu fallen. Der DAX fiel unter 4.000 Punkte. Das ist das Kursniveau des Jahres 2004.

Chart-Technik und Marktstimmung signalisieren weitere Kursverluste

Die Charts wichtiger Indizes (Dow Jones, DAX, SMI, ATX und viele weitere) sind auch auf Sicht mehrerer Jahre in einen Abwärtstrend übergegangen. Wichtige charttechnische Unterstützungen sind nach unten durchbrochen. Das deutet auf weiter fallende Kurse. Und auch die Marktstimmung lässt derzeit keine Trendwende erwarten.

Puts im Depot sind ein absolutes MUSS

Für Aktionäre ohne Put-Absicherung im Depot ist das ein Desaster. Für Optionen-Investoren bedeutete dieses Szenario aber lediglich, die Chancen auf Gewinne mit Puts sind weit größer als die Chancen auf Gewinne mit Calls. Ganz wichtig ist: Puts im Depot sind ein absolutes MUSS.

Wenn Sie den Empfehlungen des Option Advisor oder Optionen-Profi gefolgt sind, ist das oben beschriebene kein Schreckensszenario für Ihr Depot. Sie benötigen lediglich ein wenig Geduld, um die nächsten hohen Gewinne mit Puts einzufahren.

Zeitumstellung in des USA sorgt für vorübergehende veränderte Handelszeiten aus europäischer Sicht

In einer Woche, am Sonntag, dem 8. März 2009, beginnt in den USA die Sommerzeit. In Deutschland werden die Uhren erst am Sonntag, dem 29.03.2009, auf die Sommerzeit umgestellt. In der Zeit vom 09.03.2009 bis zum 27.03.2009 kommt es also aus unserer Sicht zu einer einstündigen Zeitverschiebung der Öffnungszeiten der US-Börsen. Konkret:

Die US-Börsen haben vom 09.03.2009 bis zum 27.03.2009 von 14:30 Uhr bis 21:00 Uhr (MEZ) geöffnet. Ab Montag, dem 30.03.2009, gelten dann wieder die US-Handelszeiten von 15.30 Uhr bis 22:00 Uhr (MEZ).

Ich wünsche Ihnen Geduld und vor allem ein schönes Wochenende