Immer das richtige Verhältnis von Calls und Puts – Teil 2

Das Verhältnis 3 : 1 verändert sich von Tag zu Tag

Wenn Ihr Depot „perfekt“ den Stand von 3 : 1 aufweist, verändert sich dieses Verhältnis zwangsläufig. Das geschieht, wenn Sie einzelne Optionen verkaufen (glattstellen) oder neue Optionen kaufen. Das Verhältnis der investierten Summen von Calls zu Puts verändert sich auch, wenn sich die Börsen (oder Einzelwerte) deutlich in eine Richtung bewegen.

 

Änderung des Verhältnisses Calls zu Puts führt zu Gewinnen

Diese Veränderung ist gewollt. Sie muss sein. Und Sie dürfen das nicht täglich anpassen. Das sehen Sie an 2 Beispielen. Ausgangssituation: Sie haben 9.000 € in Calls und 3.000 € in Puts investiert.

 

1. Beispiel: Die Märkte steigen

Ihre Calls legen zu und sind 10.000 € wert. Gleichzeitig verlieren Ihre Puts beispielsweise 300 €. Das Verhältnis Calls zu Puts hat sich verändert. Aber nur durch diese Veränderung erzielen Sie einen attraktiven Gesamtgewinn. Denn wenn Sie in diesem Beispiel laufend Puts nachkaufen, reduzieren Sie bei einem andauernden Aufwärtstrend Ihren Gesamtgewinn, weil die Puts regelmäßig verlieren. Noch deutlicher wird es im umgekehrten Fall.

 

2. Beispiel: Die Märkte fallen

Ihre Calls verlieren 1.000 €. Ihre Puts gewinnen im ersten Schritt „nur“ 300 €. Sie haben zwischenzeitlich einen Buchverlust im Depot. Die Märkte fallen weiter. Die Calls verlieren erneut 1.000 €. Die Puts gewinnen jetzt vielleicht schon 600 €. Ihr Buchverlust hat sich trotzdem nochmals vergrößert. Fallen die Märkte weiter, verlieren die Calls vielleicht nochmals 1.000 €, die Puts gewinnen jetzt jedoch auch schon 1.000 €. Das Depot ist stabil. Und wenn es dann zu einem richtigen Abwärtstrend oder gar einem Crash kommt, wird der Buchverlust Zug um Zug reduziert, bis die Puts mehr gewinnen, als die Calls verlieren und das Gesamtdepot in den Gewinn läuft. Kurze Erläuterung, warum Sie einen Gesamtgewinn erzielen können: Die Calls können in diesem Beispiel maximal 9.000 € verlieren. Die Puts können aber nahezu unbegrenzt gewinnen. Das heißt, wenn die Puts insgesamt 10.000 € wert sind, verbuchen Sie einen Gesamtgewinn, selbst wenn die Calls nur noch einen Restwert von einigen hundert haben. Wenn Sie in diesem zweiten Beispiel immer wieder Calls nachkaufen, um das Verhältnis 3 : 1 Calls zu Puts stabil zu halten, erzielen Sie nie einen Gesamtgewinn. Im Gegenteil: Sie verlieren laufend mehr Geld.

Fazit: Die Änderung des Verhältnisses Calls zu Puts ist gewollt, zwangsläufig und führt zu Gewinnen.

 

Anpassung des Call-/Put-Verhältnisses bei Neukauf oder Glattstellung

Sie müssen Ihr Depot allerdings bei jeder größeren Depot-Veränderung, das heißt Neukauf beziehungsweise Verkauf (Glattstellung), kurz überprüfen. Wenn Sie dann feststellen, dass das Verhältnis von Calls zu Puts von dem von uns aktuell empfohlenen Verhältnis (derzeit 3 : 1 Calls zu Puts) abweicht, sich aber noch im Rahmen von etwa 2 : 1 bis 4 : 1 bewegt, müssen Sie nicht sofort eingreifen.

Aber bei der nächsten geplanten Depotbewegung (Kauf oder Verkauf) müssen Sie Ihre Käufe oder Verkäufe so durchführen, dass Sie Ihr Depot wieder etwa im Verhältnis 3 : 1 aufstellen. Wenn Sie durch Kauf oder Verkauf nur noch einseitig in Calls oder Puts investiert sind, dann müssen Sie allerdings sofort handeln.

Intermezzo zur Befehlsform „müssen“: Ich lasse mir nicht gerne sagen, dass ich etwas machen muss. Sie sicher auch nicht. In mir entsteht dann eine Abwehrhaltung. Ich bin dann geneigt zu prüfen, ob ich nicht das Gegenteil oder zumindest etwas anderes tun kann.

 

Ich habe mich trotzdem bewusst für das Wort „muss“ entschieden. Denn diese Vorgehensweise ist so elementar wichtig, dass ich kein schwächeres Wort oder gar den Konjunktiv nehmen möchte.

 

Durch gezielten Kauf oder Verkauf passen Sie Ihr Depot an

Wenn Sie ein bestehendes Depot haben, passen Sie dieses ganz einfach dadurch an, dass Sie aus der nächsten Ausgabe nur Calls oder auch nur Puts kaufen. Wenn Sie heute neu starten, investieren Sie in die Empfehlungen dieser Ausgabe im Verhältnis 3 : 1. Wenn Sie also beispielsweise 3.000 € in Calls investieren, kaufen Sie für circa 1.000 € die Puts aus dieser Ausgabe. Die Anzahl gekaufter Call- und Put-Kontrakte spielt dabei keine Rolle.

 

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