Long-Call

Unter einem Long Call ist der Kauf einer Kaufoption an der Börse zu verstehen. Also handelt es sich um ein Geschäft mit Optionen. Der Grund für den Kauf von Call-Optionen ist einfach nachzuvollziehen. Der Trader kauft einen Call, um von einer erwarteten Steigerung des Kurses eines Basiswertes überproportional stark zu profitieren.

 

Eröffnung eines Long Calls

In der Börsensprache nennt man den Kauf auch, in einem Call long gehen. Der im Depot befindliche Call ist entsprechend nach dem Kauf der Long Call. Das häufigste Ziel für diesen Kauf ist klar: Der Call soll zu einem höheren Preis als dem bezahlten Kaufpreis verkauft werden. Dafür muss der Basiswert im Kurs steigen.

 

So schließen Sie einen Long Call

Gekaufte Optionen werden in den meisten Fällen durch späteren Verkauf glattgestellt. Das geschieht, um Gewinne zu realisieren oder auch, um Verluste zu begrenzen. Es gibt aber auch die Möglichkeit, den Call durch Ausübung, also durch Kauf des Basiswertes, glattzustellen. Der Vollständigkeit halber sei erwähnt, Sie können einen Call auch am Ende seiner Laufzeit wertlos verfallen lassen. Als Käufer eines Calls können Sie diesen nicht einfach verkaufen. Wenn Sie Ihr Gewinnziel erreicht haben, müssen Sie den Call glattstellen. Dies funktioniert, indem Sie die exakte Gegenposition eingehen. Sprich Sie verkaufen genau denselben Call, den Sie gekauft haben und kennzeichnen das Geschäft als sogenanntes „Closing“. Damit wird der Call in sich geschlossen und ausgebucht. Faktisch haben Sie damit den Verkauf erreicht und Ihren Gewinn realisiert.

Eine Call-Option können Sie auch durch Ausübung Ihres Rechtes auf Kauf des Basiswertes glattstellen. In der Praxis geht das genauso schnell wie der Verkauf zur Glattstellung. In Echtzeit werden die Call-Optionen aus- und der Basiswert, z.B. 100 Aktien, eingebucht. Die Ausübung ist sinnvoll, wenn Sie den Basiswert wirklich im Depot haben wollen.

Es kann aber auch sein, dass kurz vor Verfall wenig Umsatz in einer Option „im Geld“ und dadurch der Spread (Differenz zwischen An- und Verkaufskurs) zu hoch ist. Dann kann es günstiger sein, die Option auszuüben und den Basiswert gegebenenfalls sofort wieder zu verkaufen.

 

So handeln Sie vorteilhaft bei Long Calls in Bezug auf die Besteuerung

Eine Option, die keinen nennenswerten Restwert hat, also unter 0,10 $ oder 0,10 € notiert, können Sie im Grunde auch wertlos verfallen lassen. Das Finanzamt verlangt aber das Glattstellen einer Option, um den Verlust mit Gewinnen verrechnen zu können (Stand März 2012). Dieses ist ein triftiger Grund, Optionen mit einem Buchverlust, der an die 100% geht, glattzustellen.

Wenn das steuerlich für Sie wichtig ist, sollten Sie glattstellen. Wenn das zweitrangig ist, können Sie die Option halten bis zum Verfall. Ärgerlich genug. – Aber:

Mehr passiert nicht. Eine Nachschusspflicht oder ein zwangsweises Ein- oder Ausbuchen von Aktien ist bei gekauften Optionen „aus dem Geld“ zu 100% ausgeschlossen. Wenn Sie die Optionen einfach liegen lassen, werden sie am Montag nach dem Verfallstag nicht mehr in Ihrem Depot sein. Das ist alles.

 

Das müssen Sie am letzten Handelstag beachten

Bis Ende 2011 galt: Sie mussten eine Option auch dann aktiv glattstellen, wenn diese am Verfallstag „im Geld“ notierte. Denn sonst wäre sie wertlos verfallen, unabhängig von dem (möglicherweise auch hohen) inneren Wert.

Man sagt: Terminbörsen sind für Profis. Die passen aktiv auf ihr Geld und ihre Optionen auf und sind selbst dafür verantwortlich, dass Optionen glattgestellt werden.

Seit Anfang 2012 gibt es ein positives Umdenken. Optionen „im Geld“ werden am Verfallstag aktiv ausgeübt. Das heißt, den wertlosen Verfall von Optionen „im Geld“ gibt es nicht. Zu dieser Neuregelung gibt es ein entsprechende Rundschreiben der deutschen /für Deutschland relevanten europäischen Terminbörse Eurex. Auch einige Broker haben ihre Kunden entsprechend informiert. Nach deren Angaben wird diese positive Neuerung auch an US-Terminbörsen umgesetzt.

Wenn Sie auf Nummer sicher gehen wollen, empfehle ich aber weiterhin das aktive Glattstellen von Optionen „im Geld“ am beziehungsweise vor dem Verfallstag. Sicher ist sicher.

Kurzer Hinweis dazu: Sollten Sie so eine infrage kommende Option „im Geld“ im Depot und diese – warum auch immer – nicht glattgestellt haben, finden Sie am Montag nach dem Verfallstag den entsprechenden Basiswert im Depot eingebucht. Diesen müssen Sie dann aktiv betreuen: Das bedeutet in so einem eher theoretischen Fall vermutlich, ihn zu verkaufen.

 

So sieht das Gewinn- und Verlust-Diagramm eines Long Calls aus

Ein Gewinn- und Verlust-Diagramm eines Long Calls sieht wie folgt aus. Sie können sehen wie hoch Sie bei welchem Preis des Basiswertes im Gewinn sind, wann Sie in den verminderten Verlust kommen und bis zu welchem Punkt Sie im Verlust aus dem Geschäft mit der Option sind.

long call

Überschreitet der Kurs des Basiswertes nun den Basispreis der Option, so sind Sie zunächst in der Zone des verminderten Verlustes. Die Gewinnschwelle liegt hier in der Addition des Basispreises und der gezahlten Optionsprämie. Das heißt, ab einem Kurs von 55 Euro sind Sie im Gewinn.

 

Weitere Fachbegriffe:
Call
Option

 

© Optionen-Investor
Rainer Heißmann
Chefanalyst und Chefredakteur Optionen-Profi

 

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