Nachschusspflicht

Woher stammt der Begriff Nachschusspflicht?

Der Begriff Nachschusspflicht kommt aus dem Bereich der Sicherheitsleistung für ein terminbasiertes Börsengeschäft (Börsentermingeschäft). Er steht in engem Zusammenhang mit der sogenannten Margin bei Börsentermingeschäften.

 

Was bedeutet der Begriff Nachschusspflicht?

Unter einer Nachschusspflicht versteht man bei Börsentermingeschäften, die Nachzahlung einer nicht mehr ausreichenden Sicherheitsleistung.

 

Wann kann es zu einer Nachschusspflicht kommen?

Zu einer Nachschusspflicht kann es immer dann kommen, wenn der Optioneninhaber am Ende der Laufzeit eine mögliche Verpflichtung zu leisten hat.

 

Besteht bei einem Long-Call eine Nachschusspflicht?

Nein. Bei einem Long-Call besteht keine Nachschusspflicht. Hier wird bei Eröffnung der Position eine Prämie von Seiten des Käufers gezahlt, die diesem das Recht (aber nicht die Pflicht) verschafft, den Basiswert zu kaufen.

 

Besteht bei einem Long-Put eine Nachschusspflicht?

Nein. Bei einem Long-Put besteht keine Nachschusspflicht. Hier wird bei Eröffnung der Position eine Prämie von Seiten des Verkäufers gezahlt, die diesem das Recht (aber nicht die Pflicht) verschafft, den Basiswert zu verkaufen.

 

Besteht bei einem Short-Call eine Nachschusspflicht?

Ja. Bei einem Short-Call besteht eine eventuelle Nachschusspflicht. Hier erhält der Verkäufer der Kaufoption bei Eröffnung der Position eine Prämie von Seiten des Käufers gezahlt, die dem Käufer das Recht (aber nicht die Pflicht) verschafft, den Basiswert vom Verkäufer zu kaufen. Damit sichergestellt ist, dass der Verkäufer der Kaufoption auch liquide genug ist, muss er entweder die entsprechende Anzahl an Wertpapieren des Basiswertes als Sicherheit oder einen durch die Terminbörse errechneten Geldbetrag hinterlegen.

 

Besteht bei einem Short-Put eine Nachschusspflicht?

Ja. Bei einem Short-Put besteht eine eventuelle Nachschusspflicht. Hier erhält der Verkäufer der Verkaufsoption bei Eröffnung der Position eine Prämie von Seiten des Käufers gezahlt, die dem Käufer das Recht (aber nicht die Pflicht) verschafft, den Basiswert dem Verkäufer zu verkaufen. Damit sichergestellt ist, dass der Verkäufer der Verkaufsoption auch liquide genug ist, muss er einen durch die Terminbörse errechneten Geldbetrag hinterlegen.

 

Wie funktioniert die Nachschusspflicht bei den Stillhalterpositionen der Optionen?

Die Nachschusspflicht funktioniert derart, dass zunächst eine Margin als Sicherheitsleistung gezahlt werden muss.

 

Was bedeutet der Begriff Margin?

Der Begriff Margin kommt aus der englischen Sprache und hat die Bedeutung von einer Sicherheitsleistung, einer Hinterlegungssumme und / oder einer Schwundreserve.

 

Was bedeutet der Begriff Margin bei Börsengeschäften?

Die Margin dient bei Börsengeschäften und hier nur bei Börsentermingeschäften dem Risikomanagement. Es handelt sich dabei im weitesten Sinne um eine Art von Kreditsicherheit.

 

Wie wird die zu bezahlende Margin berechnet?

Die zu bezahlende Margin richtet sich nach dem Gesamtrisiko des Depots. Dementsprechend werden alle Preisrisiken des Depots addiert. Stehen dabei zwei oder mehr Positionen im Depot in einem Verhältnis, dass das Gesamtrisiko des Depots minimiert, so wird auch dieser Umstand bei der Ermittlung der Margin berücksichtigt.

 

Welches Risiko sichert die Margin dabei genau ab?

Die Margin sichert dabei das Risiko der maximalen Kosten für eine Glattstellung ab. Als Zeitpunkt der Glattstellung wird für die Berechnung immer der nächste Börsentag angenommen.

 

Für welchen Zeitraum gilt die Margin?

Die Margin wird tagesaktuell berechnet und besitzt auch nur über diesen Zeitraum Gültigkeit. Hintergrund dafür ist die Tatsache, dass einerseits die Preise täglich schwanken und andererseits auch die Zusammensetzung des Depots respektive die einzelnen im Depot enthaltenen Wertpapiere durch Kauf und Verkauf verändert werden können.

 

Wie hängen Margin und Nachschusspflicht zusammen?

Margin und Nachschusspflicht hängen derart zusammen, dass die Nachschusspflicht dann zum Tragen kommt, wenn die täglich berechnete, bereits geleistete Margin durch Wertveränderungen des Basiswertes an der Börse nicht mehr ausreicht, um das Risiko zu decken.

 

© Optionen-Investor
Rainer Heißmann
Chefanalyst und Chefredakteur Optionen-Profi

 

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Kommentare

  1. Raphael Benner sagt:

    Hallo Herr Heißmann,

    als Stillhalter einer Option erhält man den Optionspreis, auf den sich die Vertragspartner an der Börse geeinigt haben. Wird die vereinnahmte Optionsprämie bei der Berechnung der Margin berücksichtigt?

    Herzliche Grüße aus Heilbronn

    Raphael Benner

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