Vorsicht Falle: Derivate Partner verwechselt Optionen mit Optionsscheinen

Gestern fand ich bei einem Schweizer Internetportal für Derivate einen Hinweis auf Optionen, die von der Schweizer Privatbank Julius Bär emittiert wurden. Das ist unmöglich, denn Optionen werden nicht emittiert. Aber hier ein Auszug aus der Internetseite:

Optionsscheine, nicht Optionen

Optionsscheine, nicht Optionen
Julius Bär emittiert Put Optionen heißt es hier. Gemeint sind aber Put Optionsscheine.

Julius Bär korrigiert Fehler

Der Link führte auf die Internetseite von Julius Bär. Und dort gab es dann Informationen zu entsprechenden „Warrants“. Der Fachmann weiß dann, dass es sich um Optionsscheine und nicht um Optionen handelt. Denn Warrants ist die englische Bezeichnung für Optionsscheine.

Der „Nichtfachmann“ bleibt aber unter Umständen irregeführt. Denn er wird von einer Information, die von Optionen spricht, auf eine Internetseite geführt, die von „Warrants“ schreibt. Wer da nicht aufmerksam wird und nachhakt, kauft schnell Optionsscheine, statt Optionen.

Optionen oder Optionsscheine: Derivate Partner muss das wissen

Ich unterstelle hier keine absichtliche Irreführung der Anleger durch payoff, dem Derivate Partner. Das wäre kriminell. Es bleibt also nur eine Lösung: Dieses „Missverständnis“ beruht auf mangelndem Wissen. Fatal, wenn nichtmals ein professionell geführtes „Internetportal von Fachleuten für Derivate“ den Unterschied kennt. „Vorsicht Falle“, sag ich nur.

Unterscheidung von Optionen und Optionsscheinen elementar wichtig

„Vorsicht Falle“, schreibe ich, weil es zwei ganz gravierende Unterschiede zwischen Optionen und Optionsscheinen gibt. Diese sind das Insolvenzrisiko des Emittenten und die Manipulationsanfälligkeit. Diese Unterschiede können zwischen hohem Gewinn auf der einen Seite und Totalverlust auf der anderen Seite entscheiden. Das macht das Insolvenzrisiko:

Optionsscheine und das Insolvenzrisiko

Optionsscheine sind rechtlich gesehen Inhaberschuldverschreibungen. Bei einer Inhaberschuldverschreibung leihen Sie dem Wertpapierhaus oder der Bank (dem Emittenten) Geld. Wird der Emittent insolvent, ist das Geld weg. Käufer von Papieren der Pleitebank Lehman Brothers haben das schmerzvoll gespürt.

Optionen haben kein Insolvenzrisiko

Optionen sind Termingeschäfte an speziellen Terminbörsen. Sie werden nicht emittiert. Das Insolvenzrisiko existiert nicht.

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Optionsscheine und die Manipulationsanfälligkeit

Bei Optionsscheinen handeln Sie im wahrsten Sinne des Wortes „gegen die Bank“. Die Bank bestimmt die Kurse dieser Papiere. Sie kann diese um mehrere hundert Prozent verändern, ohne dass sich der Basiswert bewegt. Wie einfach das möglich ist, habe ich unter „Berechnung Optionsscheine“ hier im Optionen-Investor dargestellt.

Optionen können im Kurs nicht manipuliert werden

Optionen werden an Terminbörsen gehandelt. Dort wird im freien Handel der Preis durch Angebot und Nachfrage festgelegt. Hier kann keiner einseitig eingreifen und den Kurs zu Lasten des Anlegers manipulieren.

Optionen sind das Original

Optionsscheine sind aus Optionen abgeleitet. Auf den ersten Blick gibt es viele Gemeinsamkeiten. Beim näheren Hinschauen gibt es die genannten beiden K.o.-Kriterien für Optionsscheine: 1. Insolvenzrisiko, 2. Manipulationsanfälligkeit

Optionsscheine sind in den USA verboten

Wegen ihrer Manipulationsanfälligkeit sind Optionsscheine in den USA verboten. Gehen Sie mal auf die deutsche Internetseite von Goldman Sachs.

Dort steht: „Die auf diesen Internet-Seiten genannten Wertpapiere werden insbesondere in den Vereinigten Staaten oder an bzw. zu Gunsten von US-Personen nicht angeboten oder verkauft.“

Vorbildlicher Anlegerschutz in den USA

In den USA, dem Mutterland der Börsen, gibt es keine Wertpapiere, die von Emittenten herausgegeben werden. Dem ist der Hinweis auf der Goldman Sachs Seite geschuldet. Ein vorbildlicher Anlegerschutz. Und da die US-Investoren vor diesen manipulationsfälligen Produkten geschützt werden, werden diese Papiere halt in Deutschland angeboten. Die Banken haben die deutschen Politiker offensichtlich fest im Griff. Ein Verbot ist nicht in Sicht.

Es gibt eine einfache Lösung: Kaufen Sie diese Produkte der Emittenten einfach nicht. Investieren Sie keinen einzigen Cent in diese intransparenten Papiere. Die Alternative, nicht manipulierbare Optionen, finden Sie beispielsweise im Option Advisor.

Zum guten Schluss: „Skepsis ist das Zeichen und sogar die Pose des gebildeten Verstandes.“, schrieb John Dewey, US-amerikanischer Philosoph, der heute vor 150 Jahren, also am 20.10.1859, zu Welt kam. Skepsis ist eine wichtige Eigenschaft, um an den Börsen „Dichtung und Wahrheit“ zu unterscheiden und um dann erfolgreich zu sein. Skeptisch und kritisch das Börsengeschehen begleitend, sende ich Ihnen beste Grüße