Termingeschäft

Worum handelt es sich bei einem Termingeschäft?

Bei einem Termingeschäft handelt es sich um ein Geschäft, das auf jeden Fall oder optional in der Zukunft zu erfüllen ist. Außerdem leiten sich Termingeschäfte immer auf ein anderes Produkt oder eine Dienstleistung (den Basiswert) ab.

 

Welche verschiedenen Arten von Termingeschäften sind denkbar?

Bei Termingeschäften sind vollkommen unterschiedliche Arten denkbar. Die drei grundlegenden Formen sind die Liefergeschäfte (hier wird das abgeleitet gehandelte Gut physisch geliefert), Finanztermingeschäfte (hier findet die Erfüllung durch das Eingehen der Gegenposition, also der Glattstellung, statt) und das Differenzgeschäft (hier wird nur die Differenz ausgeglichen, da ein physischer Ausgleich nicht stattfindet).

 

Welche Arten von Termingeschäften sind in der Finanzwelt heute möglich?

Heute sind als Termingeschäfte vorrangig Optionen, Futures, Swaps, Optionsscheine und CFDs zu nennen.

 

Was sieht die historische Entstehung von Termingeschäften aus?

Auf dem Höhepunkt der Tulpenhausse in den Niederlanden in den Jahren 1636 und 1637 wurde nach der Überlieferung für eine einzige Tulpenzwiebel diese unglaubliche Zahlung gefordert und geleistet: „120 Scheffel Weizen, 240 Scheffel Roggen, 4 fette Ochsen, 8 fette Schweine, 12 fette Schafe, 2 Oxhofte (altes Maß: ein Oxhoft = in etwa 200 Liter) ) Wein, 4 Fuder (altes Maß: ein Fuder umfaßte je nach Region so zwischen 800 und 1800 Litern) Bier, 2 Fässer Butter, 1.000 Pfund Käse, 1 Bett, 1 Anzug, 1 silberner Trinkbecher im Gesamtwert von 2.500 Gulden.“

Der Handel wollte sich aber nicht an die kurze Pflanzzeit der Tulpen binden und außerdem waren solche immensen Tauschgeschäfte kaum handelbar. In der Folge entwickelte sich ein System, in dem Wertpapiere ge- und verkauft wurden. In diesen Wertpapieren verpflichtete sich ein Geschäftspartner zu einem fest vereinbarten Preis und zu einem fest vereinbarten Datum, Tulpenzwiebeln zu kaufen. Der andere Geschäftspartner verpflichtete sich, die Ware fristgerecht zu den festgelegten Konditionen zu liefern.  Der Käufer hatte also das Recht und die Pflicht zum Kauf auf die Tulpenzwiebeln und nicht die Ware selbst. Im Gegensatz zur heutigen Option verpflichteten sich im 17. Jahrhundert beim Handel mit den Tulpenzwiebeln beide Seiten entweder zum Kauf oder zur Zahlung. Das war der Startschuss für das System der Optionen, die sich bis heute zu einem modernen Finanzinstrument entwickelt haben. Bei der heutigen Option hat der Käufer der Option immer das Recht, aber nie die Verpflichtung zur Ausübung der Option.

Der Tulpenwahn endete übrigens am 05.02.1637. Die Preise stürzten ins Bodenlose. Statt einer Ware wurde bei der Tulpenhausse im 17. Jahrhundert nur ein Recht gehandelt, das die Ware exakt beschrieb und einen verbindlichen Preis sowie Liefertag und Ausübung festlegte. Ein Geschäftspartner verpflichtete sich verbindlich zur Zahlung des Preises, der andere zur Lieferung der Ware.

 

© Optionen-Investor
Rainer Heißmann
Chefanalyst und Chefredakteur Optionen-Profi

 

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