Die 7 gefährlichsten Anfänger-Fehler im Optionen-Handel

Aus Erfahrung weiß ich, dass viele Anleger „Anfängerfehler“ im Optionen-Handel und an der Börse machen. Diese habe ich hier zusam- mengefasst. Und ich gebe Ihnen Tipps, wie Sie diese Anfängerfehler im Optionen-Handel vermeiden. Da diese Fehler immer wieder auftreten, führe ich sie hier auf, auch wenn einzelne Tipps sich mit bereits Geschriebenem überschneiden.

1. Anfängerfehler im Optionen-Handel:

Fehler: Laufzeit der Option

Lösung: Die Option mit der richtigen Laufzeit erzielt hohe Gewinne

Die Auswahl des richtigen Basiswertes (Aktie, Index, Rohstoff etc.) und die dazu passende Option ist der 1. Schritt zum erfolgreichen Han- del mit Optionen. Manche Anleger kaufen eine Call- oder eine Put- Option, weil sie eine wichtige Meldung zum Basiswert gelesen haben und eine kurzfristige Kursbewegung erwarten. Andere Investoren zie- hen langfristig ausgerichtete Analysen vor. Oft wird dann eine Option mit der falschen Laufzeit ausgewählt. Der nicht zueinander passende Zeithorizont der erwarteten Kursbewegung im Verhältnis zur Laufzeit der Option, ist einer der Anfängerfehler im Optionen-Handel, den Anle- ger oft begehen.

Wenn der Kurs eines Basiswertes in 6 Monaten deutlich steigt, die aus- gewählte Option aber nur 3 Monate läuft, kommt der Kursaufschwung für die Option zu spät. Umgekehrt ist eine langlaufende Option zu teuer, um eine kurzfristige Kursbewegung zu traden. Richtig ist die Option, die innerhalb des analysierten Zeitraums den optimalen Gewinn für die zu erwartende Kursbewegung verspricht.

Zwei „Formeln”, um diesen Anfängerfehler im Optionen-Handel zu vermeiden
Die eingangs des Buchs bereits genannten 2 Fragen, je eine für Call und Put, helfen Ihnen bei der Einschätzung, wie Sie die richtige Option finden:

a. Frage zur Call-Option

Wird der Kurs des Basiswerts nach dem Kauf der Call-Option steigen und bis etwa 3 Monate vor dem letzten Handelstag des Calls über dem Basispreis des Calls beziehungsweise am letzten Handelstag deutlich darüber notieren?

Die Bewertung:

Können Sie diese Frage bejahen, hat der Call gute Gewinn-Aussich- ten.

 

b. Frage zur Put-Option

Wird der Kurs des Basiswerts nach dem Kauf der Put-Option fallen und bis etwa 3 Monate vor dem letzten Handelstag des Puts unter dem Basispreis des Puts beziehungsweise am letzten Handelstag deutlich darunter notieren

Die Bewertung:

Können Sie diese Frage bejahen, hat der Put gute Gewinn-Aussichten.

Mit obiger einfacher Vorgehensweise vermeiden Sie den 1. Anfänger- fehler im Optionen-Handel.

 

2. Anfängerfehler im Optionen-Handel:

Fehler: Sich gegen einen dynamischen Trend stellen

Lösung: Analysieren Sie Trends vor der Investition

Trends (steigende oder fallenden Kurse) bei Aktien dauern meist län- ger, als die meisten Anleger dies erwarten. Viele Anleger verlieren Teile ihres Geldes, weil sie sich gegen einen Trend stellen und in die Gegenbewegung investieren. Nach dem Motto: „Einmal muss der Trend doch zu Ende gehen.” Aber der Markt wird nie deswegen drehen, nur weil Sie gerade heute gegen den Trend investieren.

Gute Analysen untersuchen laufende Trends und wie die Mehrzahl der Anleger diesen Trend einschätzt. Dabei lässt sich oft beobachten, dass ein Trend umso stabiler verläuft, je weniger Investoren an ihn glauben.

Stellen Sie sich einen Aufwärtstrend vor, der noch sehr jung ist. Viele Anleger sind noch vorsichtig und halten Barmittel bereit, die sie noch jederzeit in den Trend investieren können, wenn sie merken, dass dieser andauert. Erst wenn die Mehrzahl der Anleger an einen Trend glaubt und in ihn investiert ist, wird dieser kippen. Dann sind keine Gelder mehr für Anschlusskäufe vorhanden.

Einen „jungen” Trend, an den wenig Anleger glauben, können Sie für Gewinne nutzen. Ein Trend, dessen Nachricht auf Titelseiten großer Boulevardzeitungen verkündet wird, nähert sich seinem Ende.

Die Analyse eines Trends steht in untrennbarem Zusammenhang mit der Einschätzung der Mehrheit der Anleger. Sie ermöglicht das Auf- spüren gewinnbringender Trading-Chancen.

Mit obiger einfacher Vorgehensweise vermeiden Sie den 2. Anfänger- fehler im Optionen-Handel.

 

3. Anfängerfehler im Optionen-Handel:

Fehler: Unfähigkeit, Verluste zu akzeptieren

Lösung: Gewinnen heißt auch, „Verluste realisieren“

Jeder von uns liebt Gewinne. Gewinne zu realisieren ist das Ziel jedes Investors. Das Wort Verlust ist mit negativen Emotionen behaftet.

Das emotionslose und konsequente Realisieren von Verlusten ist ein Schlüsselelement auf dem Weg zum erfolgreichen Trader.

Sie müssen alle Ihre Anlagen objektiv analysieren und emotionslos ent- scheiden, welche Investitionen positive Aussichten haben und welche nicht beziehungsweise nicht mehr. Hohe Verluste werden durch eine solche Vorgehensweise vermieden. Das Kapital kann für neue und pro- fitablere Chancen bereitgehalten werden. Für den Fall, dass der Markt sich anders entwickelt, als Sie es erwarten, müssen Sie ein Ausstiegs- szenario vorbereitet haben. Das heißt: Ab einem bestimmten Zeitpunkt müssen Sie Verluste einfach akzeptieren und realisieren. Das gehört zum erfolgreichen Optionen-Handel (und überall an der Börse) dazu.

Mit obiger einfacher Vorgehensweise vermeiden Sie den 3. Anfänger- fehler im Optionen-Handel.

 

4. Anfängerfehler im Optionen-Handel:

Fehler: Gier

Lösung: Ziel-Gewinn realisieren

Ein weit verbreiteter Anfängerfehler im Optionen-Handel vieler Anle- ger ist, dass sie Buchgewinne in Teilen wieder abgeben oder sogar zu Verlusten werden lassen. Sie haben dann den richtigen Zeitpunkt für den gewinnbringenden Ausstieg aus einem Trade verpasst.

Sie müssen Gewinne realisieren, auch wenn sich Ihre Position schein- bar eindeutig in die von Ihnen gewünschte Richtung bewegt. Beim Handel mit Optionen muss vor dem Kauf schon festgelegt werden, zu welchem Zeitpunkt oder mit welchem Gewinn Sie wieder aussteigen werden. Ist dieser Gewinn oder Zeitpunkt erreicht, müssen Sie den Gewinn konsequent realisieren. Nur realisierte Gewinne kann Ihnen niemand mehr wegnehmen.

Sind die Aussichten für den Basiswert nach der Gewinn-Realisierung weiterhin gut, kaufen Sie einfach eine neue Option mit einem anderen Basispreis, die günstiger ist. Mehr dazu lesen Sie weiter hinten unter „Cash out”.

Mit obiger einfacher Vorgehensweise vermeiden Sie den 4. Anfänger- fehler im Optionen-Handel.

 

5. Anfängerfehler im Optionen-Handel:

Fehler: Alles auf eine Karte setzen

Lösung: Begrenzter Kapitaleinsatz optimiert Gewinne

Oftmals starten Anfänger im Optionen-Handel und erzielen sofort schnelle und sehr hohe Gewinne. Das geht mehrfach gut. Dann glauben sie, den „Stein der Weisen” und damit den schnellen und einfachen Weg zu großem Reichtum gefunden zu haben. Sie investieren ihr gan- zes Geld, inklusive des gewonnenen, in einen einzigen Trade, um end- gültig reich zu werden – und der Markt nimmt ihnen alles. Daraus zie- hen sie die Konsequenz, nie wieder mit Optionen zu handeln.

Dieses Anlegerverhalten war lehrbuchmäßig beim explosionsartigen Kursanstieg der Aktien des Neuen Marktes bis Anfang des Jahres 2000 und dem darauf folgenden dramatischen Kursverfall innerhalb von rund einem Jahr zu beobachten. Parallel dazu verließen Anleger gera- dezu scharenweise für immer die Börsen.

Erfolgreiche Anleger wissen, dass das Money-Management entscheidend für stetige Gewinne ist. Sie müssen immer festlegen, wie viel Geld Sie in einen einzelnen Trade mit Optionen investieren. Wenn Sie beispiels- weise maximal 10 Positionen im Depot halten, dürfen Sie in einen ein- zelnen Trade nie mehr als 10% der Gesamtmittel investieren. Ist der Trade sehr spekulativ, investieren Sie nur 5% des Geldes in diesen Trade.

Das bietet Ihnen 3 Vorteile:

a. Sie können bei einem einzelnen Trade nie zuviel verlieren.

b. Wenn Ihr Depot steigt, ist jede folgende Investition in einen einzel- nen Trade absolut höher als die vorhergehende. Denn 10% von z. B. 11.000 € sind mehr als 10% von 10.000 €. Auf diese Weise schalten Sie den „Turbo” im Depot ein.

c. Nach Trades mit Verlusten reduzieren Sie automatisch das Risiko.Denn analog zum vorhergehenden Punkt gilt, 10% von 10.000 € sind weniger als 10% von 11.000 €.

Mit obiger einfacher Vorgehensweise vermeiden Sie den 5. Anfänger- fehler im Optionen-Handel.


6. Anfängerfehler im Optionen-Handel:

Fehler: Mit der Herde laufen

Lösung: Gewinnen, wenn alle anderen Verluste verbuchen

Anfänger folgen der Mehrheitsmeinung oft „blind”. Oder sie entdecken eine Nachricht in den Medien, die überaus positiv über eine Aktienge- sellschaft berichtet und investieren sofort in diese vermeintliche Chance. Sobald Sie einen „heißen Tipp” lesen, können Sie jede Wette eingehen, dass diese Nachricht in den Börsenkursen schon enthalten ist. Wer dauerhaft dem Herdentrieb folgt, wird eines Tages mit der gesamten Herde untergehen.

Kritische und dadurch erfolgreiche Anleger bilden sich eine eigene Meinung. Sie analysieren jede „neue und heiße” Nachricht und suchen die Hintergrundinformationen. Zusätzlich nutzen sie die Charttechnik für den Kursverlauf des Basiswertes und untersuchen die mehrheitliche Anlegermeinung. Oft zeigen sich da Widersprüche. Und genau dann, wenn die Mehrheit falsch liegt, investieren erfolgreiche Anleger gegen die mehrheitliche Meinung. Und wenn dann die meisten Anleger Ver- luste verbuchen, erzielen erfolgreiche Anleger Gewinne.

Mit obiger einfacher Vorgehensweise vermeiden Sie den 6. Anfänger- fehler im Optionen-Handel.

 

7. Anfängerfehler im Optionen-Handel:

Zu komplexe Strategien anwenden

Lösung: Das beste Chance-/Risikoverhältnis nutzen

Optionen bieten fantastische Strategien. Nur einige Strategien:

  1. Kauf von Call Option oder Put Option
  2. Der Long-Strangle (gleichzeitiger Kauf von Calls und Puts auf den- selben Basiswert mit unterschiedlichen Basispreisen der Optionen)
  3. Der Long-Straddle (gleichzeitiger Kauf von Calls und Puts auf den- selben Basiswert mit denselben Basispreisen der Optionen)
  4. Stillhalter-Geschäfte
  5. Gedeckte Stillhalter-Geschäfte
  6. Stillhalter-Geschäfte mit Strangles (Short-Strangles)
  7. Stillhalter-Geschäfte mit Straddles (Short-Straddles)

 

Jedes der oben angesprochenen Geschäfte können Sie mit jedem ande- ren kombinieren und verfeinern. Eine wahre Fundgrube für Tüftler.

Das führt häufig dazu, dass Anleger Strategien anwenden, die so kom- plex sind, dass sie einen Taschenrechner oder einen Optionenrechner benötigen, um auszurechnen, wann sie Gewinn erzielen oder auch Ver- lust verbuchen. Oder sie investieren so in unterschiedliche Optionen, dass der Verlust nahezu ausgeschlossen ist. Auf diese Weise können Sie aber auch keine dauerhaften Gewinne erzielen.

Sie wollen an der Börse spekulieren. Dann müssen Sie ein gewisses Risiko eingehen. Wenn Sie das völlig vermeiden wollen, ist die Börse nicht der geeignete Ort zum Investieren. Es gilt also, das beste Chance-/ Risikoverhältnis zu finden. Und die Betonung liegt auf Chance. Ver- einfacht lässt sich sagen: Je komplexer die Strategie ist, desto kleiner wird die Gewinnchance.

Eine der jeweiligen Marktlage angepasste Mischung von Call- und Put- Optionen ist dabei eine von mir seit Jahren empfohlene erfolgreiche und einfache Gewinn-Strategie.

Mit obiger einfacher Vorgehensweise vermeiden Sie den 7. Anfänger- fehler im Optionen-Handel.

Das sind 7 Schritte, um Anfängerfehler im Optionen-Handel und an der Börse zu vermeiden.

 

Mit dem Optionen-Profi machen Sie keine Anfängerfehler im Optionen-Handel

Der Optionen-Profi hat in jeder seiner Ausgaben eine Rubrik: Basiswissen für den Optionen-Handel.

Außerdem werden alle Empfehlungen detailliert und nachvollziehbar dargestellt. Alles über die Vermeidung der Anfängerfehler im Optionen-Handel lesen Sie dort “nebenbei” beim Geld verdienen.

 

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Heißmanns Börsenkommentar


© Optionen-Investor
Rainer Heißmann
Chefanalyst und Chefredakteur Optionen-Profi

 

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Kommentare

  1. Jay sagt:

    Guter Bericht!

  2. Rainer Heißmann sagt:

    Die Ing Diba bietet den Handel mit Optionen nicht an.

    Geeignete Broker haben wir hier gelistet:
    http://www.optionen-investor.de/category/broker/

    Beste Grüße, Rainer Heißmann

  3. peter pairer sagt:

    Ich möchte von Ihnen gerne wissen ob ich mit der Ing DiBa Ihre Trads ausführen kann
    MfG
    P. P.

  4. A. K. sagt:

    was wäre noch zu sagen?

  5. A. K. sagt:

    Ich habe alle Börsenbriefe gelesen und muss zugeben, dass der „Optionen-Profi“ am ehesten für mich infrage kommt. Ich habe schon mehrere Aktien in meinem Depot. Habe aber immer nur 5-Sterne Aktien aufgenommen. Deshalb bin ich noch nicht mental soweit, mich zu entscheiden.
    Vielleicht können Sie mir noch einen Tip geben, der mich entgültig überzeugt.
    Mit freundlichen Grüßen
    A. K.

  6. Rainer Heißmann sagt:

    Um es eindeutig darzustellen, spreche ich von Glattstellung. Der Hintergrund:

    Eine gekaufte Option (oder jedes börslich gekaufte „Papier“) verkaufen Sie um die Position zu beenden, glattzustellen, zu schließen. Das ist das typische Börsengeschäft.

    Sie können aber Optionen zur Positionseröffnung VERkaufen, die Sie nicht im Depot haben. Damit eröffnen Sie ein Stillhaltergeschäft. Diese schließen Sie durch Kauf:

    Erste VERkauf, dann Kauf = Schließung.

    Die Bezeichnung „glattstellen“ sagt immer, dass eine vorher eröffnete Position geschlossen wird. Egal ob erst Kauf und dann Verkauf (bekanntes und typisches Börsengeschäft) oder auch erst VERkauf, dann Kauf (wenig bekanntes, aber bei Optionen auch gebräuchliches Börsengeschäft).

    Um es eindeutig zu formulieren sage ich oft „glattstellen“.

    Würde ich eine Aussage treffen, wie:

    „Der Anleger hat eine Option verkauft …“

    … dann könnte dass auch die Eröffnung eines Stillhalter-Geschäft sein. Schreibe ich aber

    „Der Anleger hat eine Option zur Glattstellung verkauft …“ ist es völlig eindeutig

    Mit freundlichen Grüßen
    Rainer Heißmann

  7. Dolderer sagt:

    Fachbegriffe toll erläutert; jedoch mit „Glattstellung“ habe ich meine Verständnisprobleme!
    Wann und unter welchen Voraussetzungen soll ich meine Option „glattstellen“; bisher nur an Kauf und Verkauf gedacht?!

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