Kursrally steht auf tönernen Füßen

+++  Übermorgen richtungweisender Montag für die Börsen  +++

Kursrally zum Jahresauftakt steht auf tönernen Füßen

Am 03.01.2009 habe ich den starken Jahresauftakt der Börsen mit „eine Schwalbe macht noch keinen Sommer“ kommentiert. Am 06.01.2009 kletterten der Dow Jones über 9.000 und der DAX über 5.000 Punkte. Aber auch da habe ich noch keine dauerhafte Kursrally gesehen und geschrieben: „Crash der Jahre 2000 bis 2003 mahnt zur Vorsicht.“

Und wie prognostiziert, zeigten die Aktienmärkte, dass ihre Kursgewinne auf tönernen, also zerbrechlichen Füssen stehen. Die Kurse dieser Woche belegen das: Der DAX hatte sein bisheriges Jahreshoch am 06.01.2008 mit 5.111,02 Punkten. Gestern, am 09.01.2008, zum Wochenschluss, notierte er mit 4.783,89 Punkten. Ein Verlust von 6,4%. Der Dow Jones verbuchte im selben Zeitraum einen nahezu identischen Verlust von 6,3%.

Nach wie vor kann es sein, dass sich wirklich ein Aufwärtstrend etabliert. Denn die aggressiven Maßnahmen vieler Notenbanken und Regierungen zur Bekämpfung der Wirtschaftskrise können eine Erholung der weltweiten Wirtschaft anstoßen. Anstoßen, mehr aber nicht. Ohne Eigendynamik werden diese Maßnahmen aber schnell verpuffen.

Ich bezweifle weiterhin dass es diese Eigendynamik und schnelle Wiederbelebung der Konjunktur geben wird. Nun kommt für die Börsen ein erschwerendes Moment hinzu. Die Aktienkäufer könnten zunehmend resignieren. Denn der DAX schafft es derzeit nicht über 5.000 und der Dow Jones nicht über 9.000 Punkte. Die mögliche Folge:

Anleger haben bei DAX-Ständen um 4.100 bis 4.500 Punkte Aktien gekauft. Diese können sie jetzt noch mit Gewinn verkaufen. Wenn das in großem Umfang stattfindet, werden diese Verkäufe die Wiederaufnahme des Abwärtstrends einleiten. Da der Markt sich trotz dramatisch schlechter Nachrichten insgesamt stabil gezeigt hat, kann die Wiederaufnahme des Abwärtstrends einen regelrechten Dammbruch auslösen. Es wäre keine Überraschung für mich, wenn der DAX die 4.000-Punkte-Marke nochmals testet (und nach unten durchbricht).

Übermorgen richtungweisender Montag für die Börsen

Möglicherweise wird schon am kommenden Montag eine wichtige Weichenstellung für den Kursverlauf der nächsten Wochen vorgenommen. Denn da gibt es die ersten Zahlen zum vierten Quartal 2008. Traditionell eröffnet der US-Aluminiumkonzern Alcoa den Zahlenreigen. Und das ist dieses mal am 12.01.2009. Die Frage lautet nicht: „Wie werden die Zahlen?“ Sie heißt lediglich: „Wie schlecht war das vierte Quartal?“ Alcoa hat die Anleger schon mit Hiobsbotschaften vorgewarnt. So sagte der deutsche Alcoa-Konzernchef Klaus Kleinfeld, Alcoa werde seine Produktion massiv um 18% drosseln und weltweit 13.500 Stellen streichen. Das sind 13% aller Arbeitsplätze im Konzern.

Wenn es so schlimm (oder schlimmer) kommt und sich vergleichbare Nachrichten durch die ganze Berichtssaison ziehen, haben sich die positiven Hoffnungen der Börsianer in der Realität nirgends niedergeschlagen. Den nur von Hoffnung getragene Kursgewinnen würde der Boden entzogen.  Und es ginge weiter abwärts.

Das Fazit: Ich wiederhole es bewusst immer wieder: Nur mit Puts konnten Sie das Börsenjahr 2008 mit Gewinn abschließen (so wie der Optionen-Profi und der „Option Advisor Deutschland“) – und nur wenn Sie auch immer Puts im Depot halten, werden Sie im Jahr 2009 Erfolg haben.

Ich wünsche Ihnen ein wunderschönes sonniges Winterwochenende

PS: Stichwort Commerzbank. Der Bund zahlt für die Teilverstaatlichung 6 € je Aktie. Nachbörslich an diesem Wochenende notiert die Aktie mit 4,64 €. Ein Verlust von 22,67% an einem Tag. „Bravo“, sage ich da ironisch, „rund ein Viertel ist schonmal weg.“ Ach ja, der Bund zahlt. Der Bund – das sind Sie und ich.

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